Montag, 6. Mai 2019

Tool Tipp #2: "Pocket"-Multifunktionstester für Transistoren, Dioden, Widerstände und Kondensatoren

Es ist immer gut, Messgeräte zu haben. Noch besser ist es, solche zu besitzen, die viele Funktionen in einem Gerät vereinen - das spart Platz und man muss nicht viel herumhantieren.

Hin und wieder ist aber im Gegenteil auch ein Gerät praktisch, das nur ein paar Dinge kann, dafür aber sehr mobil ist. Ein Hosentaschengerät sozusagen.

Ein solches kleines Helferlein ist der "Multi-Function Tester - TC1". Das ideale Tool, wenn man den Keller aufräumt und aus Kästchen und Kisten kommen elektronische Komponenten zum Vorschein, von denen man spontan nicht weiß, "was das genau ist". Oder aber für einen schnellen Check, was für eine Kapazität denn dieser oder jener Kondensator noch hat.

Das Gerät stammt aus China und man kann nicht einmal genau sagen, von welcher Firma es tatsächlich gebaut wird. Im Netz findet sich eine ganze Armee dieses Gerätes, vom Aussehen manchmal graduell etwas unterschiedlich, mal mehr und mal weniger Zubehör inbegriffen. Preise zwischen 13 und 25 Euro.

Das soll aber nicht abschrecken, denn das Tool kann was!

Die Maße sind  ca. 9 cm x 7 cm x 3 cm (Höhe x Breite x Tiefe).

Das Gerät hat ein Farb LCD-Display, einen einzigen Knopf zum Bedienen, eine Klemmleiste, um Bauteile zum Testen zu arretieren und einen Infrarotsensor (IR), über den sich Fernbedienungen testen lassen.



Der "Hosentaschen-Tester" TC1. Multifunktionstester TC1
Der "Hosentaschen-Tester" TC1

Die Klemmleiste ist fast selbsterklärend, es gibt in mehrfacher Ausführung die Anschlüsse 1,2 und 3. Eben um die Beinchen 1,2 oder 3 von Bauteilen dort hineinzustecken. Die Anschlüsse K und A sind zum Testen von Zenerdioden.

Bei meiner Ausführung war keine Anleitung dabei, jedoch wird man hier fündig, wenn man bei der Suchmaschine seiner Wahl nach "tc1 TC-V2.12k pdf" sucht. Viel mehr als das Offensichtliche steht dort aber auch nicht drin, die Handhabung ist ziemlich intuitiv.

Das Gerät hat einen Akku fest verbaut und wird über einen Mikro-USB Anschluss geladen (5V).
Der normale USB Port und das Handy-Ladegerät funktionieren also problemlos.


Mikro-USB Ladeanschluß
Mikro-USB Ladeanschluß


Bei jedem Test wird eingangs die verbleibende Akku-Spannung angezeigt, man behält hier also den Überblick, wann wieder eine Ladepause fällig wird.



Getestet werden können konkret:


Transistoren


Sehr praktisch auch die Anzeige, welches Beinchen Basis, Kollektor oder Emitter ist.

Prüfung von Transistoren
Prüfung von Transistoren

Prüfung von Transistoren
Prüfung von Transistoren


Widerstände

Prüfung von Widerständen
Prüfung von Widerständen

Dioden


Bei Leuchtdioden wird u.a. die Durchbruchspannung angezeigt, also die Spannung bei der sie leuchten.

Prüfung von Dioden (LED)
Prüfung von Dioden (LED)

Prüfung von Dioden
Prüfung von Dioden

Auch zwei Dioden parallel werden erkannt.
Auch zwei Dioden parallel werden erkannt.

Kondensatoren


Prüfung von Kondensatoren
Prüfung von Kondensatoren

Prüfung von Kondensatoren
Prüfung von Kondensatoren

Potentiometer


Eigentlich fällt das ja in dieselbe Kategorie wie Widerstände. Ich finde es aber erwähnenswert, dass das Poti tatsächlich als zwei Widerstände in Reihe erkannt wird.

Widerstand 1: Eingang bis/und Schleifer
Widerstand 2: Ausgang bis/und Schleifer

Das ist ganz nett, um mal schnell zu prüfen, welcher Drehwinkel welchem Widerstandswert entspricht (damit kann man natürlich auch schnell feststellen, ob es sich um ein logarithmisches oder ein lineares Poti handelt, wenn außen nichts mehr draufsteht).

Schnelltest eines Potis
Schnelltest eines Potis

Schnelltest eines Potis
Schnelltest eines Potis



Aus der Bedienungsanleitung, hier die Übersicht der testfähigen Bauteile mit Hinweisen zum Prüfumfang.



Sonntag, 7. April 2019

Lords of the Void - "Wolves out to get me"

Neues Jahr, neuer Song.

Viel Spaß!





"Wolves out to get me"

(c)  Tim Frodermann / Mattias Kraft 2019


Come the dawn, we count our losses
in the light of the rising sun.
On our backs, we carry burdens
far too much for anyone.

I had to fall from grace.
I had to fall in place.

She let the wolves out to get me.
She lets me taste the consequences.
Her anger waits around the corner.
The queen of broken glass.



Come the place, we choose our battles,
fighting hard, fighting grim.
To the bone, broken vessels,
in the end, no one wins.

I had to fall from grace.
I had to fall in place.

She let the wolves out to get me.
She lets me taste the consequences.
Her anger waits around the corner.
The queen of broken glass.

Freitag, 15. Februar 2019

Gehäuse für Effektgeräte: Erste Versuche zu einem professionellen Look


Vorgehensweise und Material


Effektgeräte-Bausätze haben ich schon öfters zusammengelötet. Da ich diese bislang aber eher zum Austesten von Modifikationen oder generell zum Verstehen von Schaltungen verwendet habe, war es mir nicht so wichtig, dass die Effekte überhaupt in Gehäusen eingebaut waren oder dass es generell neben der reinen Funktion auch ansprechend aussehen sollte. Das wollte ich jetzt mal ändern.

In diesem Fall war nun alles Neuland für mich, ich habe vorher weder mit Alu-Gehäusen noch mit Lacken nennenswerte Kontakte gehabt. Deswegen heißt dieser Beitrag mit Absicht "Erste Versuche": Es geht mit Sicherheit noch besser, es geht mit Sicherheit noch schöner. Wer was lernen will, muss aber Erfahrungen sammeln :-)

Ich habe mich vorab etwas auf Youtube informiert, was man alles machen kann, um ein Effektgerät in ein möglichst ansprechendes Gehäuse zu bringen. Für den ersten Versuch schien es mir am einfachsten, ein Alu-Gehäuse zu lackieren und hier über eine bedruckte Wasserschiebe-Folie noch ein Motiv aufzubringen.




Das fertige Produkt als kleiner Teaser am Anfang
Das fertige Produkt als kleiner Teaser am Anfang.


Wenn Ihr Erfahrungen mit Siebdruck oder Etching/Ätzen oder anderen Techniken zum Verschönern von Metallgehäusen gemacht habt, schreibt mir doch einfach einen Kommentar am Ende dieses Posts. Ich freue mich auf Eure Erfahrungen!


Wie immer stelle ich an den Anfang auch die Liste der verwendeten Materialien.


 Position               Lieferant         Menge        Preis (Summe)
 ============================================================================

 Dupli Color Basic      Amazon            1            ca. € 9,-
 Haftgrund für Alu
 (557255) 400 ml

 Dupli Color Effekt     Amazon            1            ca. € 7,-
 "Diamant Gold"
 (669255) 150 ml

 Dupli Color Aerosol    Amazon            1            ca. € 8,-
 Klarlack matt
 (744044) 400 ml


 Schleifpapier Set      Amazon            1            ca. € 10,-
 Nass/Trocken
 51 Stück Körning 120 
 bis 3000. 9x3,6 Zoll


 Handschleifblock       Amazon            1            ca. € 3,-

 Alu Gehäuse Typ BB     musikding.de      1            € 6,50

 Bremsenreiniger        Baumarkt          1            ca. € 4 ,-

 -Wasserschiebefolie für Tintenstraldrucker-

 20 Blatt Set A4        Amazon            1            ca. € 16,-

 1 Blatt  A4            musikding.de      1            ca. € 2,-



Bezüglich der Wasserschiebefolie ist das letzte Wort aus meiner Sicht noch nicht gesprochen. Ich habe hier zwei Optionen wiedergegeben:

Das über Amazon beziehbare Set ist zwar stückmäßig billiger als das Set vom Markenausstatter. Allerdings scheint mir die Folie aus dem Set dicker zu sein als die "Markenfolie". Aus manchen Blickwinkeln sieht man die Ränder der Folie unter dem Klarlack noch deutlich. Ich weiß nicht, ob das bei der Markenfolie anders ist, denn sie war über einen Zeitraum von ein paar Wochen nicht lieferbar und so habe ich das Projekt mit der Folie aus dem Set durchgezogen.

Beim nächsten Mal werde ich die Markenfolie nehmen, um die Unterschiede zu prüfen.


Die Kosten für die beiden Effektgeräte-Bausätze habe ich hier rausgelassen, da sie genaugenommen nichts mit dem Thema "professionell aussehendes Gehäuse" zu tun haben.

Für die Interessierten: Ich habe die beiden musikding-Bausätze "Der 45er" (Phaser) und "Der Angel" (Chorus) eingebaut. Zwei Effektgeräte in ein Gehäuse einzubauen ist auch keine besondere Schwierigkeit, man hat am Ende eben zwei Klinkenbuchsen und eine Netzteil-Buchse übrig. Der Ausgang des einen Effekts wird direkt mit dem Eingang des anderen Effekts verlötet, was in diesem Fall konkret über die Fußschalter passiert (True Bypass). Beide Effekte erhalten ihren Strom über eine einzige Netzteil-Buchse und damit ein einziges Netzteil, was dieses in der Regel locker aushalten sollte (beide Effekte benötigen 9 Volt Spannung).



Gehäuse vorbereiten


Als erstes müssen die Löcher ins Gehäuse. Dabei sind eigentlich nur zwei Dinge zu beachten: Erstens soll es möglichst symmetrisch sein, zweitens müssen Potis, Schalter und LEDs auch so positioniert werden, dass das nicht von außen sichtbare Innenleben auch noch Platz im Gehäuse findet.

Das muss man nicht zu akademisch angehen, ein guter Punkt zum Starten ist es, wenn man die Potis und Fußschalter schonmal möglichst weit voneinander entfernt platziert. Die Entfernung der Fußschalter vom Rand ergibt sich daraus, dass sie sich den Randbereich mit den Klinkenbuchsen teilen müssen. LEDs kommen nahe an die Fußschalter.

Mit ein wenig Anhalten sollte das alles per Augenmaß zu positionieren sein. Damit alle Komponenten aufeinander fluchten, habe ich mit Geodreieck und Bleistift Hilfslinien aufgemalt. Der Bleistift lässt sich, wenn alles gebohrt ist, leicht entfernen - beziehungsweise verschwindet schon von alleine, wenn das Gehäuse später angeschliffen wird.


Mit Geo-Dreieck und Bleistift werden die Positionen der Komponenten bestimmt.
Der Abstand der Komponenten ist im ersten Step durch Anhalten grob festzulegen.



Mit Geo-Dreieck und Bleistift werden die Positionen der Komponenten bestimmt.
Mit Geo-Dreieck und Bleistift werden die Komponenten zueinander gefluchtet.

Bei der Festlegung der Positionen muss man "mehrdimensional" denken...
Bei der Festlegung der Positionen muss man "mehrdimensional" denken...

...innen soll nichts aneinander stoßen.
...innen soll auch nichts aneinander stoßen.

Unbedingt auch die Platinen vorab einsetzen, es ist weniger Platz als man denkt!
Unbedingt auch die Platinen vorab einsetzen, es ist weniger Platz als man denkt!


Sind die Positionen für die Löcher angezeichnet, dann kann gebohrt werden. Ich habe die besten Erfahrungen mit Stufenbohrern gemacht. Diese lassen sich viel besser zentrieren, wenn man das Loch nach dem ersten Bohren doch noch größer braucht. Überhaupt: Gerne großzügig bohren! Die Löcher verschwinden nachher sowieso hinter einer Mutter und es ist kaum zu verhindern, dass beim Lackieren auch Farbe in die Löcher gerät. Wer zu knapp plant, muss nacharbeiten.

Alu-Druckguss ist übrigens härter, als man denkt: Damit der Bohrer am Anfang nicht verrutscht, kann man nach Bedarf mit einem Dorn eine Markierung schlagen. Und Alu-Guss macht beim Bohren eine veritable Sauerrei (feine, körnige Späne). Wenn ein Helfer dabei ist, sollte der beim Bohren den Staubsauger nahe am Bohrer halten.

Sind alle Löcher im Gehäuse, macht es Sinn, schonmal alle Bauteile zu montieren und zu schauen, dass wirklich alles passt. Änderungen nach der Lackierung könnten den Lack gefährden.

 

Möglichst kurz vor der Lackierung muss das Gehäuse angeschliffen werden. Der Grund: Alu eloxiert recht schnell, soll heißen, es bildet sich eine feine Oxidationsschicht aus, auf der Lack nicht richtig hält. Das muss also runter und dann sollte man umgehend einen Haftgrund für die weitere Lackierung auftragen.

Ich habe das Gehäuse mit 400er Schleifpapier und Schleifklotz per Hand geschliffen, bis das Alu hell schimmerte. Dann habe ich das Gehäuse mit Bremsenreiniger und einem fusselfreien Tuch gereinigt beziehungsweise entfettet. Ab diesem Punkt arbeiten wir natürlich mit Handschuh, denn Hautfett ist aggressiv und das wollen wir nicht unter dem Lack haben.

Nun kann die Grundierung erfolgen.

 


Grundierung


Der gesunde Menschenverständ rät dazu, dass man Lackierarbeiten nicht in geschlossenen Räumen durchführt. Ich muss sagen, dass ich auch belüftete Räumen nach ersten Erfahrungen für ungeeignet halte, da die Sprühdosen mit etwas Abstand zum Werkstück doch einen ordentlichen Nebel fabrizieren können.

Ich habe die Lackierung deshalb auf dem Balkon vorgenommen, um den Lack in Zaum zu halten, habe ich mir aus einem Karton eine rudimentäre "Lackierkabine" gebaut.


In den Ecken die Seitenwand des Kartons einschneiden und hochklappen.
In den Ecken die Seitenwand des Kartons einschneiden und hochklappen.

Wenn man eine Lackschicht aufgetragen hat, den Karton runterklappen, damit ist  der Lack dann rudimentär gegen Fusseln, etc. geschützt.
Wenn man eine Lackschicht aufgetragen hat, den Karton runterklappen, damit ist
der Lack dann rudimentär gegen Fusseln, etc. geschützt.


Das zu lackierende Gehäuse habe ich auf eine alte Tasse gestellt, damit kann man auch die Seiten gut  lackieren und kann durch Drehen der Tasse auch das Gehäuse leicht umpositionieren.
Das zu lackierende Gehäuse habe ich auf eine alte Tasse gestellt, damit kann man auch die Seiten gut
lackieren und kann durch Drehen der Tasse auch das Gehäuse leicht umpositionieren.


Da Lack nicht gut an Alu haftet, habe ich einen speziellen Haftgrund für Alu gekauft und das Gehäuse als erstes mal damit lackiert.

Der Haftgrund lässt sich sehr einfach verarbeiten, ich habe hier so oft direkt hintereinander Schichten aufgetragen, bis ich kein Alu mehr habe durchschimmern sehen. Gesprüht habe ich immer in einem Abstand von ca. 20 - 30 cm, so dass das Gehäuse nicht beregnet, sondern eher von einem Nebel bedeckt wird. Immer gleichmäßig von links nach rechts und von oben nach unten drüberschwenken. Ansonsten die Anweisungen auf der Dose beachten, besonders zu den Trockenzeiten.

Es beginnt mit dem Alu-Haftgrund
Es beginnt mit dem Alu-Haftgrund

Es beginnt mit dem Alu-Haftgrund
Unten links waren ein paar "Pickelchen" zu sehen, die kann man nochmal anschleifen und erneut lackieren.


Es beginnt mit dem Alu-Haftgrund
Alle Ecken und Enden sollen grundiert sein.

Wenn der Haftgrund durchgetrocknet ist und vor der eigentlichen Farblackierung habe ich das Gehäuse sehr vorsichtig mit einem 800er Nass-Schleifpapier angeschliffen. Die Grundierungsschicht ist nicht sehr dick, deshalb muss man den Anschliff vorsichtig angehen. Wenn zuviel abgetragen wurde und das Alu wieder durchblitzt, dann muss man leider nochmal Haftgrund nachsprühen.


Lackierung


Für den Farblack habe ich mir unbedingt einen Strukturlack aussuchen müssen. Das war für die erste Lackierarbeit eventuell nicht die beste Idee, da der Lack Glitterflakes enthält. Diese sind aber leider etwas auf dem Lack geschwommen und es war nicht so einfach, den Glitter gleichmäßig verteilt zu bekommen. Dadurch ist die Lackschicht am Ende vermutlich recht dick geworden.

Ganz gleichmäßig verteilt ist der Glitter letztendlich nicht, aber passend zum "Space"-Thema des Effektgerätes sieht das doch fast ein wenig wie ein planetarer Nebel aus.

Im Licht entfaltet der Glitter seine ganze Pracht.



Nicht zuviel auf einmal aufsprühen, sonst gibt es Lacknasen.



Meine erste Lackierung war holprig, aber das Endergebnis ist nicht so schlecht gelungen.


Nach der Farblackierung habe ich diese nicht angeschliffen, da wegen der Flakes im Lack ohnehin eine rauhe Oberfläche gegeben war. Lediglich eine Entfettung mit Bremsenreiniger habe ich vorgenommen und dann ein paar Schichten Klarlack aufgetragen, so lange bis die Oberfläche glatt war. Das ist insbesondere für den Auftrag der Wasserschiebefolie wichtig, denn diese würde auf einer rauhen Oberfläche nicht gut haften.

Für mich war das Sprühen mit der Dose sehr gewöhnungsbedürftig, man muss hier ein Gefühl für entwickeln. Die Lackschicht war auf der einen Seite auch nach mehrmaligem hin und her dünner, als ich es mir vorgestellt hätte. Einmal kräftig mit dem Schliefpapier drüber und man sieht fast wieder Alu!

Gleichzeitig läuft der Lackauftrag an den Seiten aber auch schnell und bildet Nasen, die sich nicht durch übersprühen kaschieren lassen. Da heißt es dann schleifen und nochmal sprühen.

Es ist also für den Anfänger nicht ganz einfach. Ich hab es letztlich irgendwie "gerettet", aber das Lackieren ist definitiv etwas, das ich mehr üben muss.

Durch meine Übungen war die Lackdose auch schneller leer als ich gedacht hätte und ich musste mir für den Boden etwas anderes ausdenken. Ich hatte noch eine zweite Lackdose mit einem Goldton, also habe ich diesen für die Lackierung des Bodens verwendet.

Beim Anschleifen des Lacks mit Nass-Schleifpapier passierte dann das Unerwartete: Der Lack löste sich komplett ab, er ließ sich richtig verschmieren. Hätte ich mal das Kleingedruckte auf der Dose gelesen, denn dieser zweite Lack war nur ein Dekolack und wasserlöslich...

Ich habe dann nicht weiter versucht, das ganze noch irgendwie zu retten, den Boden sieht ja ohnehin niemand. Stattdessen habe ich eine zweite Technik der Illustrierung ausgetestet und meine Frau mit Edding auf den Lack malen lassen. Darauf kam dann Klarlack und das scheint so auch zu halten.

Der Boden ist nicht ganz wie geplant geworden, die Bemalung mit Edding hat aber auch was für sich.
Der Boden ist nicht ganz wie geplant geworden, die Bemalung mit Edding hat aber auch was für sich.


Erstellung eines Designs für den Foliendruck


Alle Designs hat meine Frau für mich gemalt. Wir haben zuerst damit herumexperimentiert, mit einem Wacom-Tablet direkt digital zu zeichnen, das hat bislang aber nicht so gut geklappt, wie das Zeichnen auf Papier.

Mit Papier und Stift zum Effektgeräte-Design.
Mit Papier und Stift zum Effektgeräte-Design.


Nachdem das Design auf Papier feststand, hat sie den Zettel eingescannt und in Inkscape (kostenlose Vektor-Grafik-Software) importiert. Auf einer weiteren Ebene wurden dann den Linien der Zeichnung folgend Hilfslinien angelegt. 


Links ist die eingescannte Zeichnung mit den Hilfslinien zu sehen.
Links ist die eingescannte Zeichnung mit den Hilfslinien zu sehen.

Danach blendet man die unterste Ebene mit dem eingescannten Bild aus und zeichnet an den Hilfslinien entlang das eigentliche Bild nach. Vielleicht etwas umständlich, aber am Ende stand das Bild der "Diamant-Sonne" in Form einer auf jede Größe skalierbaren Vektorgrafik.

Rechts ist die über die Hilfslinien nachgezeichnete Vektor-Grafik zu sehen.
Rechts ist die über die Hilfslinien nachgezeichnete Vektor-Grafik zu sehen.

Mit der auch auf Papier gezeichneten Schrift wurde etwas ganz ähnliches gemacht. Zunächst wurde auch diese eingescannt und in Inkscape importiert.


Danach markiert man das Bild und wählt die Funktion "Bitmap nachzeichnen" aus, die die Rastergrafik in eine Vektorgrafik umwandelt. Denn wir wollen auch die Schrift verlustfrei skalieren können.

"Bitmap nachzeichnen" wandelt die Rastergrafik in eine Vektorgrafik um.
"Bitmap nachzeichnen" wandelt die Rastergrafik in eine Vektorgrafik um.


Wir wollen nun für Korrekturen die einzelnen Pfadpunkte anzeigen, denn 100% genau ist das Vektorisieren nicht.

Hierzu wählt man links das Vektorpfadwerkzeug aus und klickt dann die nachgezeichnete Schrift an.

Pfadpunkte anzeigen.
Pfadpunkte anzeigen.

Es werden nun sehr viele Pfadpunkte angezeigt, die Vektorisierung ist nicht perfekt, die Schrift sieht etwas anders aus als auf Papier. Da man bei so vielen Vektorpunkten nicht leicht manuell etwas "geradeziehen" kann, bietet es sich an, die Funktion "Vereinfachen" auswählen. Dann wird die Schrift auf die nötigsten Vektorpunkte reduziert.


Pfadpunkte reduzieren, um den Überblick zu behalten.
Pfadpunkte reduzieren, um den Überblick zu behalten.

Das kann im Endergebnis etwas verfremdet wirken, an dieser Stelle sind noch weitere manuelle Anpassungen notwendig. Einige Punkte sind manuell in Position zu verschieben, auch kann man jetzt noch weitere Punkte hinzufügen, dort wo sie benötigt werden.

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Die fertig "ausgebeulte" vektorisierte Schrift.
Die fertig "ausgebeulte" vektorisierte Schrift.

Zusammenfügen der Einzelteile.
Zusammenfügen der Einzelteile.


Der Ausdruck kann zum Test erst einmal auf normales Papier durchgeführt werden, so kann man ausprobieren, wie groß es konkret sein muss. Sind die Druckparameter ausgeknobelt, dann kann der Druck auf die Wasserschiebefolie erfolgen.

Hierbei ist unbedingt zu beachten, dass die Folie nach dem Druck mit Klarlack besprüht werden muss. Ansonsten verteilt sich die Tinte im Wasser in alle Himmelsrichtungen. Auch hilft die Klarlack-Deckschicht ein wenig, die Folie stabil zu halten. Zumindest die von mir verwendete Folie (im Bild unten erkennbar) hat eine große Neigung gehabt, sich nach dem Ablösen vom Trägerpapier einzurollen.


Nach dem Bedrucken muss die Folie lackiert werden. Diese Info fehlt meistens auf
der Folien-Packung.




Wobei, vielleicht steht es doch auf der Verpackung???


Design-Folie aufbringen


Ist der Klarlack auf der Folie durchgetrocknet, kann sie zurechtgeschnitten werden. Ich habe die Diamant-Sonne und die Schrift oben drüber in einem Block belassen und möglichst passend zurechtgeschnitten.

Die kleinere Schrift über den Potis habe ich als zweiten Block im Ganzen ausgeschnitten.



Die bereits mit Klalack fixierte Folie wird nun möglichst passend zurechtgeschnitten
Die bereits mit Klarlack fixierte Folie wird nun möglichst passend zurechtgeschnitten.


Eventuell schneidet man das nicht so knapp aus, der "Diamond"-Zipfel hat sich nach dem Lösen vom Trägerpapier hartnäckig immer wieder eingerollt.

Aber nicht zu detailliert ausschneiden, sonst wird es ein Kampf beim Aufbringen
Aber nicht zu detailliert ausschneiden, sonst wird es ein Kampf beim Aufbringen.


Diesmal entfetten wir das Gehäuse nicht mit Bremsenreiniger sondern einfach mit Spüli in lauwarmem Wasser. Bei der ganzen Prozedur tragen wir Spülhandschuhe, damit nicht wieder aggressives Hautfett auf das Gehäuse gelangt.


Das Gehäuse muss nun entfettet werden: Handschuhe und Seifenwasser
Das Gehäuse muss nun entfettet werden: Handschuhe und Seifenwasser.


Mit klarem Wasser nachspülen!
Mit klarem Wasser nachspülen!


Zum Schluss mit einem fusselfreien Tuch trockentupfen
Zum Schluss mit einem fusselfreien Tuch trockentupfen.


Das entfettete Gehäuse: Jetzt nicht mehr ohne Handschuhe anfassen
Das entfettete Gehäuse: Jetzt nicht mehr ohne Handschuhe anfassen.


Ich habe jetzt keine Fotos vom Auftragen der Folie, weil ich keine Hände frei hatte :-)

Zusammengefasst geht es so:

Folie in kaltes Wasser einweichen. Nach ein paar Minuten löst sich die Folie vom Trägerpapier. Geht das nicht von selbst, dann kann man mit einem Schaschlickspieß vorsichtig nachhelfen.

Ich habe dann das Gehäuse ins Wasser getaucht und unter die Folie geschoben. Dann außerhalb des Wassers die Folie so zurechtgerückt, bis es gepasst hat. Solange es feucht ist, ließ sich die Folie prima verschieben.


Die Wasserschiebe-Folie ist aufgebracht und trockengetupft
Die Wasserschiebe-Folie ist aufgebracht und trockengetupft.


Als alles saß, habe ich es mit einem fusselfreien Tuch vorsichtig trockengetupft. Im ersten Versuch habe ich das Gehäuse dann einen Tag stehenlassen, das war falsch. Wenn die Wasserschiebefolie ganz austrocknet, löst sie sich wieder vom Gehäuse.

Deshalb nach dem Trockentupfen noch ein paar Minuten antrocknen lassen und dann gleich mit mehreren Schichten Klarlack versiegeln.



Zum Schluß noch zwei Schichten Klarlack aufgesprüht
Zum Schluß noch zwei Schichten Klarlack aufgesprüht.


Das Ganze dann gut durchtrocknen lassen und der Einbau der Elektronik kann beginnen.


 

Bestückung des Gehäuses


Im Prinzip hatten wir das ja vor dem Lackieren schonmal: Alle Bauteile wieder einsetzen und diesmal auch festziehen.

Als erstes setzen wir wieder die außen sichtbaren Teile ein
Als erstes setzen wir wieder die außen sichtbaren Teile ein.


Viele Drähte waren anzulöten, dies ist das fertige Innenleben.



Dann wird der Lötkolben geschwungen.
Dann wird der Lötkolben geschwungen.



Mit dem Anschrauben des Bodens ist das Effektgerät soweit fertig.



Der gold lackierte Boden passt wie ich finde sehr gut.
Der gold lackierte Boden passt wie ich finde sehr gut.

Das fertige Effektgerät.
Das fertige Effektgerät.

Das "Gesicht" des Gerätes mit Schaltern, Potis und LEDs.
Das "Gesicht" des Gerätes mit Schaltern, Potis und LEDs.

Und zwei böse glühende Augen.
Und zwei böse glühende Augen.