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Montag, 27. Dezember 2021

Verlorene oder defekte Effektgerätpedal-Böden durch Plexiglas ersetzen

Gerade bei rein batteriebetriebenen Effektgeräten älterer Bauart kommt es leider oft so, dass man wegen ständiger Batteriewechsel den Boden oft gar nicht mehr befestigt. Meistens waren diese Böden mit vier Schrauben befestigt und das nervt...tja, und irgendwann ist er dann abhanden gekommen. 

Im folgenden Video wird kurz erklärt, wie man solche Böden aus Plexiglas nachfertigen kann. Dies lässt sich mit Holzbearbeitungswerkzeugen verarbeiten. Hat man vermutlich eher im Haus als solche Werkzeuge zur Metallverarbeitung.

Natürlich besteht grundsätzlich das Problem, dass dort, wo vorher ein Metallboden verbaut war, dieser sicherlich zum Ableiten von elektrischen Störfeldern gedacht war. Eine Abwägung, die man bei der Ersatzbeschaffung im Einzelfall abwägen muss.

Farbiges Plexiglas kann man zumindest mit einer Kupferfolie im Inneren bekleben. Sofern es eine Bodenabdeckung ist, lässt sich auf den leitenden Effekt aber eventuell ohnehin gänzlich verzichten (sofern der Rest des Gehäuses noch mit Masse verbunden ist).


Wie auch immer, irgendjemand musste es ja mal machen, egal ob es sinnvoll ist oder nicht...bitteschön:


Sonntag, 1. August 2021

Schutzerdung eines WEM Watkins Copicat Mk 4

Das Copicat Mk IV aus Großbrittanien wurde mittlerweile gereinigt, kleinere Schäden wurden beseitigt. Das Gerät hat nun einen deutschen Netzstecker und eine Schutzerdung des Chassis erhalten.

Das YouTube Thumbnail ist eine Hommage an mein Lieblingsalbum von Metallica - Stromschläge sind kein Spaß, also: "Avoid the Lightning" - "Vermeide den Blitz"! Eine nachträgliche Schutzerdung alter Geräte kann hier den entscheidenden Beitrag leisten.


Samstag, 20. Februar 2021

Update zur fehlenden Copicat IC300 Knopfkappe

 

 
 
 
In meinem Video zur Reparatur des Watkins Copicat IC 300 habe ich erwähnt, dass dem Gerät auch eine der roten Knopfkappen fehlt.

Ich habe mich hier um Ersatz bemüht - kurz gesagt gibt es hier meinen Recherchen nach kein Originalersatzteil. Da eine fehlende Kappe natürlich auch kein funktionelles Bauteil ist, wird sich hier vermutlich auch niemand die Mühe machen, so etwas nachfertigen zu lassen.



Fehlende Knopfkappe rechts
Fehlende Knopfkappe rechts


Im Internet habe ich mich auf die Suche nach möglichst ohne weiteres Zutun passendem Ersatz gemacht und habe dieses Angebot hier auf Ebay gefunden. Ganz billig ist das für eine einzige Kappe auf den ersten Blick nicht, aber hier sind schon die Versandkosten mit drin.

 

Die Knopfkappe in der zweiten Reihe links sieht vielversprechend aus
Die Knopfkappe in der zweiten Reihe links sieht vielversprechend aus


Der Anbieter gibt auch die wichtigsten Maße mit an:

Maßangaben für den äußeren Radius und den Radius des Innenrings
Maßangaben für den äußeren Radius und den Radius des Innenrings


Angabe an welchen Stellen A und B gemessen wurden
Angabe an welchen Stellen A und B gemessen wurden


Natürlich gibt es optisch ein paar Unterschiede:
 
  • Die Originalkappe besteht aus Dreiecksflächen, die im Mittelpunkt ihrer Spitzen etwas überhöht sind
  • Der weiße Strich ist bei der Originalkappe etwas länger
  • Das Rot der Ersatzkappe ist etwas dunkler
  • Die Ersatzkappe sieht etwas kleiner aus
Man muss hier aber nicht päpstlicher als der Papst sein, die Frage ist letztlich immer, ob man den Unterschied tatsächlich wahrnimmt.


Links das Original, rechts die Ersatz-Knopfkappe
Links das Original, rechts die Ersatz-Knopfkappe


Was viel problematischer ist, ist die Unterseite:

Die Originalkappe hat einen sehr feinen Innenring, der ziemlich weit vom Rand entfernt ist, bei der Ersatzkappe ist es genau andersherum: Großer Innenring mit einiger Wanddicke und sehr nah am Rand.


Links das Original, rechts der Ersatz
Links das Original, rechts der Ersatz


Ein Dich-an-Dicht-Vergleich
Ein Dich-an-Dicht-Vergleich


Die Messung ergibt für die Originalkappe einen Außendurchmesser von 9 mm. Die Wandstärke des Rings ist ca. 1 mm.


Messung Innenring an der Original-Kappe
Messung Innenring an der Original-Kappe


Der Kappendeckel misst ca. 13mm.


Messung Durchmesser der Kappendecke
Messung Durchmesser der Kappendecke


Bei der Ersatzkappe ist der Außendurchmesser des Rings etwas weniger als 12 mm, allerdings ist an einer Stelle eine kleine "Nase" vorhanden, die ihn nochmal um 1 mm an dieser Stelle verbreitert.


Messung Innenring an der Ersatzkappe
Messung Innenring an der Ersatzkappe


Messung Innenring an der Ersatzkappe
Messung Innenring an der Ersatzkappe


Messung Durchmesser Kappendeckel am Ersatz
Messung Durchmesser Kappendeckel am Ersatz



Der Außendurchmesser des Knopfes am IC300 beträgt ca. 15 mm, innen sind es ca. 12 mm.


Vermessung des Knopfes am IC 300
Vermessung des Knopfes am IC 300

Allerdings ist das ernsthafte Problem, dass die originale Knopfkappe sich nicht direkt gegen die Innenwand des Knopfes drückt, sondern gegen sechs kleine Abstandhalter im Inneren des Knopfes.

Diese werden im Falschfarbenbild sichtbarer:


Im Inneren sieht man die kleinen Abstandhalter, die den Innenring der Original-Knopfkappe arretieren.
Im Inneren sieht man die kleinen Abstandhalter, die den Innenring der Original-Knopfkappe arretieren.



Das ist natürlich nicht so geschickt und obwohl die Ersatzkappe von den reinen Maßen fast perfekt passen würde - dass die Originalkappe von diesen seltsamen Abstandhaltern gehalten wird, macht die äußerlich fast perfekte Ersatzkappe leider unpassend!

Meine Idee war es dann, aus dem Innenring der Ersatz-Knopfkappe etwas rauszuschneiden, so dass der Rest zwischen die Abstandhalter passt:


Der grobe "Schneidplan"
Der grobe "Schneidplan"

 
Also Dremel raus und vorsichtig loslegen:

 
Grobschnitt
Grobschnitt


Nachfeilen
Nachfeilen


Passprobe und nochmal dremeln
Passprobe und nochmal dremeln


Dremeln und feilen und anpassen
Dremeln und feilen und anpassen

 

Irgendwann hat es dann ganz gut gepasst, allerdings sind so kleine Schnitte nicht mit solcher Präzision hinzubekommen, dass es dann ganz perfekt passt. Es hat gepasst, aber die Ersatzkappe hat sich nicht so fest zwischen die Abstandhalter geklemmt, dass ich ein gutes Gefühl gehabt hätte. Mit dem Fingernagel konnte ich sie ganz leich raushebeln.


Deswegen habe ich mich letztendlich doch entschieden, sie einzukleben (Superkleber).


Das Ergebnis überzeugt mich aber. Man wird es immer sehen, wenn man weiß, dass da eine Kappe nicht original ist, aber ich finde es ist vermutlich bestmöglich gelöst.

Die Ersatzkappe im Kreise der Originale
Die Ersatzkappe im Kreise der Originale


Von Nahem kann man den Unterschied erkennen
Von Nahem kann man den Unterschied erkennen

Sonntag, 16. Dezember 2018

Idee für Fender Stratocaster Umbauten: "Plug and Play Pickguard"

Bei der Fender Stratocaster ist fast die gesamte Elektronik am Pickguard befestigt. Das würde sie eigentlich dafür prädestinieren, dass man fertige Pickguards einfach je nach Lust und Laune "on the fly" austauschen kann: Unendliche Variationen von Tonabnehmern, Schaltungen und Sounds per "Swap-in" oder wie es so schön heißt "Plug and Play".

Dem steht leider entgegen, dass nur "fast" die gesamte Elektronik am Pickguard befestigt ist. Die Ausgangs-Klinkenbuchse ist bei der Stratocaster in einer separaten Kammer untergebracht und das Kabel vom Volume-Poti zur Ausgangsbuchse ist im Normalfall verlötet.

Ausnahmen gibt es zumindest bei dem EMG-System für aktive Tonabnehmer, hier funktioniert alles über Steckverbindungen.

Was aber nun bei klassischen passiven Tonabnehmer-Pickguards tun? So wenig Arbeit wie das an- und ablöten eigentlich ist, niemand tauscht mal eben sein Pickguard aus und niemand bringt den Lötkolben mit zum Konzert.

Ich habe hierfür eine Idee, die den Pickguard-Tausch ziemlich einfach gestaltet: Die Lösung sind Steckverbinder aus dem Modellbau.


2-polige Steckverbinder


Die Idee ist eigentlich immer dieselbe: Wir haben am Volume-Poti zwei Drähte, die zur Ausgangs-Klinkenbuchse gehen - das Signal und die Erde. Diese zwei Drähte werden an je einen Pol eines 2-poligen Steckverbinders angelötet und dies natürlich zwei Mal: Am Volume-Poti-Ausgang und an der Ausgangs-Klinkenbuchse.

Im Modellbau gibt es mehrere Varianten solcher Steckverbinder.

XT60 Steckverbinder

EC2 Steckverbinder

Kabelschuh Rundstecker

Mini-Tamiya Steckverbinder


Bei den XT60 und EC2 Varianten werden die Drähte mit Lötzinn im Steckverbinder befestigt, bei der Rundstecker und Mini-Tamiya Variante werden die Kabel eingequetscht bzw. verklemmt.

Ich habe bislang experimentiert mit der Rundstecker-Variante sowie mit den EC2-Steckverbindern.




Rundstecker am Volume-Poti (rechts Signal, links Erde)

Die EC2-Variante ist sehr klein und passt überall


Mein Fazit ist, dass die EC2-Variante sehr gut funktioniert. Sie ist sehr klein und passt sogar bei einem so überladenen Pickguard wie dem oben gezeigten noch in das E-Fach hinein.

Zudem gibt es die EC2-Variante mit Goldkontakten. Wie wir aus der Chemie noch wissen: Gold ist ein Edelmetall und neigt nicht zum oxidieren. Damit können Übergangs-Widerstände möglichst minimiert werden.

Einen Klangsverlust gibt es nicht, diese Lösung ist vollkommen transparent.

Wer einen solchen Stecker auch an seiner Ausgangs-Klinkenbuchse anbringt und natürlich bei dem einen System bleibt, kann ganz leicht voll bestückte Pickguards tauschen. Einzig über die Saitenerdung muss man sich noch Gedanken machen. Diese kann man anders mit dem Gesamtsystem verbinden, als sie auch noch am Pickguard anzulöten, wie ich in meinem Post zum Marathon-Strat Umbau gezeigt habe.

Ein Tipp zur Ausführung: Das Kabel von der Ausgangs-Klinkenbuchse muss weiterhin ins E-Fach geführt werden. Beide Stecker müssen im E-Fach liegen, sonst kann man nichts zusammenstecken! Das Kabel von der Ausgangs-Klinkenbuchse sollte man ruhig etwas länger als benötigt lassen, dann kann das Pickguard komfortabler an- und abgesteckt werden.

Mit diesem System ist der Pickguard Tausch theoretisch auch bei aufgezogenen Saiten möglich. Diese müssen maximal gelockert werden (geht natürlich nur, wenn man an den Mechaniken einige Windungen Saiten übrig hat).

Update zum Fender Jaguar Bridge-Umbau

Von Göldo gibt es seit kurzem Exzenterhülsen für Jazzmaster, Jaguar und Co.

Mit diesen Hülsen können Gibson-Style (Tune-o-Matic) Bridges auf die Jaguar gesetzt werden.

Definitiv eine weitere interessante Option, um das Jaguar Bridge-Problem zu lösen, auf jeden Fall eine günstigere als die Mastery Bridge. Ich werde das in 2019 mal ausprobieren und prüfen, ob das auch eine ebenso gute Lösung darstellt.

Göldo Produktseite "Exzenterhülsen"

Mittwoch, 28. November 2018

Marshall Code 25: Einbau eines Anschlusses für einen externen Lautsprecher

 

Kleine Störenfriede


Der Marshall Code 25 hat einen eingebauten 10 Zoll Lautsprecher, der für den Verstärker natürlich ausreichend groß ist. Ein 25 Watt Verstärker sollte aber eigentlich in der Lage sein, mehr als einen solch kleinen Lautsprecher anzutreiben, oder?

Ein 25 Watt Verstärker ist immer noch 66% so laut wie ein baugleicher 100 Watt Verstärker, denn das Verhältnis zwischen Leistung (in Watt) und Lautstärke ist nicht linear. Die Formel:

X% = 2^log10(25/100) * 100

Wohlgemerkt baugleich: Transistorenverstärker benötigen nämlich eine drei Mal so hohe Leistung, um auf das Niveau eines von den Zahlen her "gleichwattigen" Röhrenverstärkers zu kommen. Bedeutet also für die 25 Watt "Transe" grob:

2^log10(8,3/100) * 100 = 47

Der Code 25 könnte also immer noch rund 47% der Lautstärke eines 100 Watt Röhren Marshalls erreichen.


Aber was soll das Ganze?


Schließlich ist der eingebaute Lautsprecher ja genau passend für den Code gefertigt - er ist eher neutral, denn die Voicings kommen von den Presets und es ist dem Ganzen nicht unbedingt dienlich, diesen genau abgestimmten Einstellungen durch spezielle Klangeinfärbungen verschiedenster Speaker-Modelle etwas hinzuzufügen.

Zudem ist der Code 25 ein klassischer Übungsverstärker, niemand würde auf die Idee kommen diesen oben auf zwei 4x12'' Cabinets zu stellen, oder? Nun...nein, das war auch nicht meine Intention.
Hierfür gibt es zudem den Code 100, zumindest mit einem Cabinet.

Nein, meine Intention war es, den Code 25 auch bei Aufnahmen mit meiner Band einsetzen zu können. Das Silver Jubilee Preset hört sich sagenhaft an, wäre doch Schade, wenn man das nur zum Üben hätte.

Wir sind Home-Recorder und nehmen Gitarren immer über eine Grossmann SG Iso Box auf. Das ist ein stark schallisolierter Kasten, in dem sich ein 12 Zoll Lautsprecher befindet. Es gibt Befestigungspunkte für Mikros und Kabelführungen nach außen. Mit so einer Grossmann Box kann man feinsten Gitarrenrock aus voll aufgerissenen Verstärkern aufnehmen, ohne das SEK auf den Plan zu rufen.

Der hierzu eingesetzte Verstärker muss natürlich eine externe Lautsprecherbuchse haben - bei Top-Teilen normal, bei vielen Combos üblich, aber eben nicht beim Code 25. Dieser hat andere Möglichkeiten, die die Ingenieure wohl eher im Sinn hatten: Man kann ihn per USB an den Computer anschließen und er verhält sich dann wie ein Audio-Interface, das man auch von DAW-Software aus nutzen kann. Soweit so gut, aber diese Methode passt nicht recht in unseren Workflow. Also umbauen!


 

Zwei sehr ernst gemeinte Warnungen vorweg!

 

  • Ein solcher Umbau lässt natürlich die Garantie des Verstärkers ablaufen. Alles, was durch Änderung der Werksspezifikationen zu einem Defekt führt, ist zu 100% Selbstverschulden.
  • Wenn wir von Verstärkern reden, haben wir es nicht mit der Millivolt-Bastelei an Gitarren zu tun. In Verstärkern finden wir Netzspannung, bei Röhrenverstärkern in Teilkomponenten sogar Hochspannung. Kondensatoren können je nach Bauart und Größe noch Stunden später geladen sein und sich schlagartig entladen, wenn die Bastelfinger sie berühren. "High Voltage" ist auf dem Plattenteller gut, nicht im Körper! Das Öffnen von Verstärkern ist lebensgefährlich und es ist nur ratsam, dies von einem Fachmann erledigen zu lassen.

 

 

 

Auf was ist zu achten?

 

Der Einbau einer externen Lautsprecherbuchse ist relativ "basic". Die weiter unten gezeigte Vorgehensweise klappt so im Prinzip bei jeder Combo.

Für den Anschluss externer Lautsprecher gelten aber Regeln. Ich will hier kurz über den Anwendungsfall hinausgehen, weil das sehr wichtig zu verstehen ist:

  • Lautsprecher haben eine gewisse Impedanz, angegeben in Ohm. Im Gitarrenbereich stößt man in der Regel auf 4 Ohm, 8 Ohm oder 16 Ohm.
  • Der Lautsprecher stellt für den Verstärker eine gewisse "Last" dar. Es ist mitnichten so, dass der Verstärker "etwas mit dem Lautsprecher macht", der Lautsprecher "macht auch etwas mit dem Verstärker", um das mal vereinfacht so zu formulieren. Deshalb müssen beide aufeinander abgestimmt sein.
  • Wenn der Lautsprecher nicht auf den Verstärker abgestimmt ist, also ein sogenanntes "Mismatch" vorliegt, dann sind die Folgen unterschiedlich je nachdem, ob es sich um einen Röhrenverstärker oder einen Transistorenverstärker handelt.
  • Röhrenverstärker kommen mit einem Mismatch überhaupt nicht gut zurecht. An einen Verstärker mit einem 8 Ohm Ausgang sollte man nichts anderes als eine 8 Ohm Box anschließen. Vor allem dürfen Röhrenverstärker niemals ganz ohne Lautsprecher bestrieben werden.
    Röhrenverstärker haben meist mehrere Ausgänge und damit dann doch verschiedene Lautsprecher-Optionen. Genaueres steht im Herstellerhandbuch, an das man sich sklavisch halten sollte.
    Hat der angeschlossene Lautsprecher nämlich eine niedrigere Impedanz als der Verstärker, dann fließt ein zu hoher Strom und die Endstufenröhren können Schaden nehmen, weil sie den viel zu hohen Strom liefern müssen. Hat der Lautsprecher eine zu hohe Impedanz, dann kann es den Ausgangsübertrager treffen, weil dieser "seinen Strom nicht los wird".
  • Für Transistorenverstärker gilt im Prinzip dasselbe: Gleiche Impedanz von Verstärker und Lautsprecher ist am besten. Dagegen führen Lautsprecher mit niedrigerer Impedanz zu einem höheren Stromfluss und das überlastet den Verstärker.
    Duldsamer sind Transistorenverstärker, was Lautsprecher mit höherer Impedanz angeht. An einen 4 Ohm Transistorenverstärker kann man eine 8 Ohm Box anschließen, der Verstärker kann dann aber nicht seine volle Leistung entfalten und ist dann einfach leiser.

Der 10'' Lautsprecher des Marshall Code 25 hat einen Impedanz von 4 Ohm. Das ist sehr ungewöhnlich im Bereich der Röhrenverstärker, die ich und mein Bandkollege sonst spielen. Wir haben eigentlich nur Lautsprecher und Cabinets mit 8 Ohm Impedanz, deswegen plane ich dieses leichte Mismatch hier von vorneherein ein.



Teileliste

  

Das Herzstück des Umbaus ist eine schaltbare Mono-Klinkenbuchse für 6,3 mm Klinkenstecker.
 

Schaltbare Klinkenbuchse



Der Clou bei dieser Buchse ist, dass der Kontakt auf einer Seite wie eine Wippe ausgeführt ist. Der Kontakt zwischen beiden Seiten ist geschlossen, wenn kein Kabel eingesteckt ist. Ist aber ein Kabel eingesteckt, dann drückt der Stecker die Wippe nach oben und ein Spalt zwischen beiden Seiten entsteht.

Ist ein Stecker in der Buchse, sind
beide Seiten voneinander getrennt
  

Die Logik ist nun, an der "Wippenseite" das Kabel vom Verstärkerausgang anzuschließen, auf der anderen Seite das Kabel zum internen Lautsprecher. Ist also kein externes Kabel in die Buchse eingesteckt, dann besteht die Verbindung vom Verstärkerausgang zum internen Lautsprecher.

Ist ein externes Kabel eingesteckt, dann besteht die Verbindung zum externen Lautsprecher.

Aus der Betrachtung zur Lautsprecherimpedanz ergibt sich, dass nicht gleichzeitig der eingebaute und der externe Lautsprecher mit dem Verstärkerausgang verbunden sein dürfen! Die einfache Mechanik dieser Klinkenbuchse verhindert dies.


An der Spitze des Steckers ist Plus,
am Schaft Minus


Die komplette Teileliste sieht so aus:


Artikel                      Lieferant     Art.-Nr.       Preis
================================================================

Cliff 6,3 mm Mono Buchse     Tube-Town     cl-1160        0,85 €

Anschlussterminal rund       Tube-Town     term-r01       1,65 €
6,3 mm 

Kabelsatz für Lautsprecher   Tube-Town     tt-ws02        13,50 €

Flachstecker Kabelschuh      Ebay                         ca. 5,99 €
6,3 mm   ca. 20er Pack 

3 x Schwarze Holzschrauben   Baumarkt                     ca. 1,50 €
Durchmesser ca. 3,2 mm                    




Der Umbau kostet also so um die 25 €.





Der Umbau



Zunächst ist die Rückwand abzuschrauben. Diese ist mit Torx-Schrauben befestigt, es wird hier ein Torx 20 (T20) Werkzeug benötigt.

Die Rückwand sitzt ziemlich stramm, nach dem Lösen der Schrauben muss man sie vorsichtig mit einem flachen Schraubenzieher heraushebel. Hier ist Vorsicht angebracht, das Holz ist eher weich und bricht an den Rändern leicht aus.

Um die Rückwand abzunehmen, müssen als nächstes die Anschlüsse der Netzteil-Buchse gelöst werden. Diese sind Flachstecker und können vorsichtig abgezogen werden.


Die drei Stecker müssen gelöst werden, um die
Rückwand ganz abzunehmen.





Hier ist es sinnvoll, vorher ein Foto zu machen, dann muss man sich hinterher nicht überlegen, welcher Stecker wo angeschlossen war. An dieser Stelle auch nochmal der Hinweis zum Strom: Ein gerade ausgesteckter Verstärker kann beim Berühren der Anschlüsse noch Strom abgeben!

Ist die Rückwand ab, können die Holzarbeiten beginnen.

Das Holz hat eine Stärke von ca. 6,24 mm. Das ist zu dick, um die Klinkenbuchse direkt in die Rückwand einzusetzen. Deshalb steht auf der Einkaufsliste das Anschlussterminal.



Die Klinkenbuchse ist auf das Anschlussterminal
geschraubt



Die Position der Bohrung kann im Prinzip frei gewählt werden, ich habe mich für die Mitte entschieden. Mit einem passenden Werkzeug (Bohrer, Dremel, Feile) ist eine Öffnung in passender Größe zu schaffen. Man kann das grob anzeichnen, an den Umrisskanten mit einem kleinen Bohrer anbohren und die Feinheiten dann mit einer Fräse aussparen. Wie immer gilt auch hier, dass man zwischen dem Bohren / Fräsen ruhig immer mal wieder das Anschlussterminal anhalten sollte, um zu prüfen, wie viel noch weggenommen werden muss.

Das Anschlussterminal wird dann mit drei Holzschrauben an der Rückwand angeschraubt.
Die Verkabelung sollte nun eigentlich ein Kinderspiel sein, aber: Details, Details, ...

Ein Problem war, dass sich die Kabel am Verstärkerausgang nicht lösen lassen (siehe roter Pfeil). Ich habe es mit Händen und Zangen versucht, es geht nicht. Die Stecker sind wohl verpresst.


Diese Stecker sitzen: Nicht die Platine zerreissen!



Also habe ich die Kabel nur am internen Lautsprecher abgezogen und mit einem Kabelpaar aus dem gekauften Kabelsatz eine Verlängerung gebaut: Einfach auf eine Seite des Kabelpaars Flachstecker aufgepresst und das Kabel vom Verstärkerausgang an die Verlängerung angeschlossen.



Ein kurzer Satz zu dem gekauften Kabelsatz: Es gibt sicher noch andere Kaufoptionen, aber das von mir verwendete Teil hatte zwei Kabelsätze mit Kabelschuhen auf einer Seite und einer Stereo-Klinkenbuchse an der anderen Seite angelötet. Diese angelötete Buchse ist dann entsprechend abzuschneiden und die losen Enden mit Kabelschuhen zu versehen. Die Kabelschuhe bekommt man mit einer Spitzzange und einer ruhigen Hand leicht an die Kabel.

Damit es keinen Kurzschluss gibt, habe ich die Flachstecker-Kabelschuh Verbindung mit etwas Isolierband umwickelt. Nicht wunderschön, aber funktionell.


Das Original-Lautsprecherkabel wurde
verlängert, damit es bis zur Rückwand reicht.



Wie schon angemerkt, kommt das Kabel vom Verstärkerausgang auf die Seite mit dem Wipp-Kontakt.



Die komplette Verkabelung im Überblick:



Die fertige Verkabelung.




Nach dem Zusammenschrauben kann sich das Ergebnis sehen lassen, es fügt sich optisch perfekt ein und könnte so ab Werk sein.




Fügt sich perfekt in die Optik ein







Sonntag, 28. Oktober 2018

Umbau einer günstigen Gitarre, Teil 6: Kassensturz und Fazit

[Zu Teil 5 dieser Blog-Post Reihe]

Wir sind am Ende des Umbaus einer günstigen E-Gitarre angekommen und es ist nun Zeit ein finanzielles und inhaltliches Fazit zu ziehen


Die fertig restaurierte MARATHON
noch einmal mit dem SAMICK Verstärker vereint


Lohnt es sich, eine günstige Gitarre umzubauen?


Das hängt davon ab, was der Lohn der Mühen sein soll, also was man sich am Ende davon erhofft.

Bei der Produktion günstiger E-Gitarren muss notwendigerweise irgendwo gespart werden. Es sind meistens der Korpus (Spanplatte statt Vollholz), der Hals (ohne oder mit extrem geringem Radius, weil das einfacher herzustellen ist und am wenigsten Verschnitt produziert) und die Elektrik (Tonabnehmer) - allesamt kritische Komponenten, die darüber entscheiden, wie ein Instrument klingt.

Gespart wird natürlich auch an anderen Dingen, die eher optischer Natur sind. Günstige Gitarren haben in der Regel kein Binding und auch die Lackierung ist meistens ein deckender Farbauftrag, denn man hat hier ohnehin meist keine Holzmaserung, die es zu präsentieren gilt.

Aus einer günstigen Gitarre kann man kein Custom Shop Instrument herausholen, man kann mit kleinen Umbauten aber hörbare Verbesserungen erreichen.

Beispielsweise können bessere Stimm-Mechaniken an einer Gitarre, die sich leicht verstimmt, dazu beitragen, dass die Stimmstabilität sich verbessert.

Andere Tonabnehmer werden sicher dafür sorgen, dass sich die Gitarre anders anhört.

Eine andere Bridge kann dafür sorgen, dass die Gitarre mehr Sustain erhält und ich kann sogar den Hals einer Gitarre austauschen, um ein besseres Spielgefühl und eine optimalere Saitenlage zu erreichen.

Neue Mechaniken, ein Set neue Pickups, eine neue Bridge - hierbei kann man ganz leicht plötzlich bei 400 € und mehr landen...und hat dann dennoch nur eine Sperrholzgitarre.
 
Mein Fazit ist, dass es sich nicht lohnt, wenn man die kalten Zahlen betrachtet. 400 €, die ich in eine 200 € Gitarre stecke, kann ich genauso gut weiter ansparen, noch länger die günstige Gitarre spielen und mir später im Bereich der Gitarren zwischen 900 ,- und 1300 ,- € etwas schon richtig Gutes leisten.

Wir Musiker betrachten aber selten die kalten Zahlen, wir sind meist ja doch so sentimental, dass wir an unseren Instrumenten hängen. Ich habe meine erste E-Gitarre wie gezeigt umgebaut und tue dies auch heute noch regelmäßig. Heute ist sie schon zwei Komplettumbauten weiter, die ich später auch in diesem Blog dokumentieren werde.

Die MARATHON ist meine Experimentier-Gitarre, aber ich nehme auch regelmäßig mit ihr auf, denn sie hört sich richtig gut an. Es hätte aber auch anders enden können, sie hätte am Ende auch schlecht klingen können.

Die Umbaukosten betragen mittlerweile Unsummen, sie haben aber auch etwas Entscheidendes gebracht, das es nicht beim Gitarrenhändler zu kaufen gibt - ein Einzelstück mit einem nicht zwei Mal zu bekommenden Sound und ein Instrument, mit dem mich ein halbes Leben verbindet.

Mein Fazit: Wenn ich mir die günstige Gitarre erst mit dem Ziel des Umbaus gekauft hätte und der sentimentale Wert gefehlt hätte, dann hätte es sich finanziell nicht gelohnt. Handwerkliches Wissen ansammeln lohnt sich aber immer, deswegen ist zum Basteln an günstigen Instrumenten nur zu raten. Man muss hier nur die Kosten im Auge behalten.

Ist es schwierig, eine günstige Gitarre umzubauen?


Das hängt von den handwerklichen Kenntnissen ab. Im E-Gitarrenbau trifft man auf verschiedene "Gewerke":
  • Elektrik
  • Holzbearbeitung
  • Metallbearbeitung
  • Malern/Lackieren: Wobei ich das ganz weggelassen habe. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bei diesem Projekt einfach noch zwei weitere Aufkleber auf dem Korpus angebracht habe, wo der Lack besonders unansehnlich war.
Falls man hier bereits Kenntnisse und Werkzeuge besitzt, dann ist es schon etwas weniger schwierig.

Wenn man hier keine Erfahrung besitzt, dann ist es sinnvoll, sich vorher zu informieren, wie etwas gemacht wird und welche Werkzeuge man hierzu benötigt. Dies kann in den einschlägigen Gitarrenforen, in Blogs wie diesem hier, in Fachzeitschriften wie GITARRE & BASS oder - Achtung Geheimtipp - auf der Webseite des US Zubehörhändlers StewMac passieren:



Lötstation, Fräsen, Bohrer, etc. sind nicht ganz billig und passendes Werkzeug wird man brauchen. Meine Erfahrung ist, dass falsches Werkzeug zu Verletzungen und Murks führt, deshalb immer die Regel beherzigen: Wer billig kauft, kauft zwei Mal.

Das soll keineswegs heißen, dass teuer immer besser ist, aber: Mit der Lötpistole aus dem Baumarkt erreicht man nicht die richtige Temperatur zum schnellen und sauberen Löten von z.B. Elektrolytkondensatoren (die kann man "kaputtbrutzeln") und an solchen Lötgeräten wird man auch keine Lötspitzen mit der benötigten kleinen Größe finden, um exakte Lötpunkte zu setzen.

Das muss in die "Gesamtrechnung" natürlich auch einfließen, auch wenn Werkzeuge sehr alt werden können und man sie für das nächste Projekt ohnehin wieder brauchen wird.

Eventuell sollte man sich im Vorfeld auch einmal umhören, ob man das ein oder andere Werkzeug nicht ausleihen kann oder ob nicht jemand aus dem persönlichen Umfeld bei einzelnen Arbeiten mit Rat und Tat zur Seite stehen kann.

Die Teileliste und Abschlussrechnung


Folgende Komponenten wurden gekauft und verarbeitet. Die Preise können sich in Zwischenzeit verändert haben.

Ich habe nur die gitarrenspezifischen Teile angegeben. "Kleinteile" wie den Stahlreiniger hat man eventuell schon zuhause oder kann ihn nach dem Gitarrenprojekt in der Wohnung weiterverwenden.

  • Dunlop Formula 65 Fretboard Kit                 (Thomann)       11,90 €
  • Schaller ST6L Stimm-Mechaniken                  (Rockinger)     43,50 €
  • Mechanikern Befestigungsschrauben 9,5mm [12x]   (Rockinger)     0,20 € [2,40 €]    
  • Butterfly String Tree, schwarz [2x]             (Rockinger)     2,10 € [4,20 €]
  • Shielding Kit (Kupferfolie) [2x]                (Rockinger)     12,50 € [25,00 €]
  • Halsbefestigungsschrauben Nickel [4x]           (Rockinger)     0,50 € [2,00€]
  • Fender Pickguard SSS Black Pearl, 11 Löcher     (Thomann)       49,00 €
  • Pickguard Schrauben Fender-style, schwarz [11x] (Rockinger)     0,25 € [2,75 €]
  • Fender Mexico Strat Vintage Narrow Bridge       (angela.com)    29,99 $ [ca. 26,00 €] 
  • Versand Fender Mexco Strat Bridge nach DE                       39,99 $ [ca. 35,00 €]
  • Zoll Fender Mexico Strat Bridge                                 9,67 €
  • Fehlkauf der ersten nicht passenden Bridge, hier blieb Verlust  ca. 40 €
  • Fender 5-Way Switch                             (Thomann)       8,90 €
  • Fender Tone Poti 250K (A) log Split shaft [3x]  (Thomann)       6,90 € [20,70 €]
  • Fender Poti Knöpfe Set of 3 in Farbe Parchment  (Thomann)       6,00 €
  • Allparts Switchcraft EP0055 Klinkenbuchse mono  (Thomann)       2,95 €
  • Göldo Kabel E9SCB Stoffmantel 1m schwarz        (Thomann)       5,80 €
  • Fender Pickup Set Strat Texas Special           (Thomann)       169,00               

Damit kommen wir in Summe auf 464,77 €.

Mit dem nicht gezählten Kleinkram können wir grob auf 500 € aufrunden, ebenfalls nicht gezählt sind verschiedene Werkzeuge, die ich mir gekauft habe, da ich diese ja auch für andere Projekte weiterverwende.

Ich habe das Gitarrenprojekt in meiner Freizeit an Abenden und Wochenenden durchgeführt. Vom ersten Sichten der Gitarre, der Recherche, dem Kauf der Bauteile bis zu den letzten Handgriffen des Zusammenbaus sind ca. drei Monate vergangen. Die Arbeiten habe ich vom Oktober 2013 bis in den Januar 2014 ausgeführt.

Die Gitarre ist mittlerweile 25 Jahre alt und hat heute einen gescallopten Hals und aktive EMG-Tonabnehmer...aber das ist Material für einen zuküntigen Post.


Umbau einer günstigen Gitarre, Teil 5: Elektrik


[Zu Teil 4 dieser Blog-Post Reihe]


Der Umbau der Gitarre war zugleich mein erstes Elektronik Projekt, deshalb habe ich bei der Elektrik eigentlich nichts besonderes gemacht.

Nur drei Dinge habe ich vermutlich ungewöhnlich ausgeführt:

  • Ich habe das E-Fach mit Kupferfolie ausgekleidet zur Abschirmung
  • Ich habe die Masseverbindung zur Bridge über einen Kabelschuh/Quetschverbinder eingerichtet (siehe rechts). Warum?

    Zu den E-Themen hatte ich im Vorfeld viel im Internet gelesen und war kurzzeitig verunsichert bezüglich des Themas, dass es in der Vergangenheit das ein oder andere Mal zu Stromschlägen durch den Verstärker kam. Natürlich ist das weit hergeholt, in den beschriebenen Fällen bestand ein Defekt am Verstärker oder es wurde daran herummanipuliert, so dass Spannung am Chassis anlag.

    Da über die Masseverbindung die Hand des Gitarristen praktisch eine Verbindung bis zum Verstärkerchassis hat, gab es deshalb High Voltage.

    Wenn man die Masseverbindung trennt, dann besteht diese Gefahr so nicht, die Gitarre kann aber etwas mehr brummen. Ich wollte mir die Möglichkeit einfach offen halten ohne Drähte trenne zu müssen. Deshalb der Steckverbinder.

    Ich denke das Thema sollte in unseren Breiten keines sein, ich habe das Kabel letztlich nie getrennt, deshalb ist diese Steckerverbindung eigentlich überflüssig.
   
Masseverbindung der Saiten über einen blauen Steckverbinder

  • Nochmal das Thema der Masseverbindung: Ich habe alle Masseverbindungen innerhalb des E-Fachs an einem zentralen Punkt zusammengeführt (nämlich an der E-Fach Abschirmung). Das hatte für mich hauptsächlich Gründe der Ordnung. In vielen Schaltungen werden alle Massekabel auf ein Poti aufgelötet oder es werden gar Poti-Beine nach oben geklappt und hier wieder am Poti festgelötet. Das fand ich ästhetisch doof und ich wollte mir auch kein Poti mit dem Lötkolben verbrutzeln.
          Stattdessen habe ich die beiden Schrauben, die den 5-Wege-Switch am Pickguard 
          festhalten, in je einen Ringkabelschuh gesteckt. In den einen habe ich die drei Massekabel
          der Pickups eingepresst, in den anderen alle Masseverbindungen von den Potis.

          Die Masse von den Saiten / der Bridge läuft einfach in eine Wand des E-Fachs. Da die Wände
          mit der elektrisch leitenden Folie ausgekleidet sind, wird hierüber die Masseverbindung der
          Bridge hergestellt.

          Auch die Rückseite des Pickguard ist mit elektrisch leitender Folie beklebt, somit haben die
          Ringkabelschuhe eine Verbindung zur gesamten Folie und alles ist eine große
          Masseverbindung um das E-Fach herum.


Mein Verdrahtungsplan

Abschirmung des E-Faches

Ich wollte in diesem Projekt das E-Fach sauber abschirmen, um elektromagnetische Einstrahlung und damit Brummen abzuhalten. Das ist bei einer Gitarre mit Singlecoil Pickups natürlich alles mit Abstand zu betrachten, denn die Pickups schauen ja nun einmal aus dem Pickguard heraus und sind wegen ihrer Bauweise sehr anfällig für das sogenannte 50 Hz Brummen.

Aber es schadet trotzdem nichts, etwaige Einstrahlung von den Kabeln im E-Fach fernzuhalten.

Zur Abschirmung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen eine elektrisch leitende Spezialfarbe. Das Malern und Lackieren ist (bislang) noch nicht mein Ding, deshalb habe ich die zweite Möglichkeit bevorzugt: Eine elektrisch leitende Folie einzukleben, hier Kupferfolie.

Diese Folie ist selbstklebend, was die Verarbeitung sehr einfach macht.

Ich habe zunächst die Ausmaße des E-Fachs mit einem Bleistift und einem A4-Papier abgepaust. Dazu einfach das Blatt über das E-Fach legen und an den Kanten des E-Faches entlangpausen. Man kann das auch in verschiedenen kleineren Abschnitten mit entsprechend mehreren Blatt Papier erledigen.

Diese Schablonen habe ich dann ausgeschnitten und mir hiermit entsprechende Teile der Kupferfolie zurechtgeschnitten. Die Kupferfolie ist mit einer Schere schneidbar, aber es geht nicht 100% schön damit. Ein sehr scharfes Cuttermesser ist eventuell besser geeignet.


Schablonen und Kupferfolie

Die ausgeschnittenen "Böden" habe ich auf den Boden des E-Faches geklebt. Die Flanken/Seitenwände habe ich höhenmäßig ausgemessen und habe mir entsprechend breite Streifen der Kupferfolie abgeschnitten. Man kann bei jeder Abmessung ruhig noch ein paar Millimeter hinzugeben.

Ganz wichtig ist es, auch einige Streifen der Folie bis oben auf den Korpus hochzukleben. Die Rückseite des Pickguard wird auch mit elektrisch leitender Folie beklebt, so dass hier beim Aufschrauben des Pickguard dann der Kontakt mit der Folie im E-Fach geschlossen wird und wir einen "Faradayschen Käfig" bekommen (der Käfig in Anführungsstrichen, weil das Pickguard an der Stelle der Tonabnehmer ja Löcher hat und der Käfig deshalb nicht ganz geschlossen ist).

Das E-Fach ist komplett foliert


Sind alle Folienteile eingeklebt, dann prüft man am besten mit einem Multimeter in der Einstellung  "Durchgangsprüfung" an jeweils zwei Stellen die Leitfähigkeit. Jeder Punkt im E-Fach sollte mit jedem anderen Punkt im E-Fach elektrisch leitend verbunden sein und das Multimeter muss piepsen.

Die Kupferfolie ist nur an der Oberseite elektrisch leitend. Deshalb liest man zurecht, dass man zwei Folien, die nebeneinander liegen über einen kleinen Lötpunkt verbinden soll. Denn es ist ja die elektrisch nicht leitende Unterseite der einen Folie auf die elektrisch leitende Oberseite der daneben liegenden Folie aufgeklebt.

Im meinem Projekt war das aber kein Problem. Der Boden des E-Fachs war sehr rau, eventuell haben sich die übereinander geklebten Folien leicht durchstoßen und haben so einen Kontakt gebildet - wie auch immer.


Verlöten der Kabel und passiven Bauteile

Als nächstes habe ich mich mit den Pickups beschäftigt und dem Bestücken des Pickguards.

Zu meinem Erstaunen kamen die Fender Custom Shop Pickups (Texas Special) ohne Bohrung für die Schrauben.

Löcher zum selber bohren - sind die Lochabstände nicht genormt?

Es half nichts: Grob anhalten, markieren und dann ein Loch links und eines rechts bohren.


Mit zittrigen Händen in die 169 € Pickups gebohrt.

Bei diesen Pickups war die Befestigung am Pickguard sehr Old School gedacht, statt Federn gab es kurze Gummischläuche, in die die Schrauben hineingeschraubt wurden (siehe oben rechts und Mitte links auf dem folgenden Bild).

Kappen, Schrauben, Gummischläuche.
Alle drei Pickups mit dem Pickguard verschraubt
.
Das fertig bestückte Pickguard (Bild unten): Man sieht (mit blauen Enden) die beiden Ringkabelschuhe unter dem 5-Wege-Schalter. Als Kabel/Litzen habe ich ganz einfache, ungeschirmte Kabel mit gewachster Stoffummantellung genommen. Die Abschirmung macht die Kuperfolie, deshalb kann man bei den Litzen hier aus ästhetischen Gründen diese auf alt getrimmten Kabel verwenden.

Der Rest der passiven Komponenten auf dem Pickguard.

Eine marginale Änderung musste ich nach dem Zusammenbau der Gitarre erledigen. Sobald das Pickguard am Korpus festgeschraubt war, kam aus der Gitarre kein Ton mehr heraus. Mir ist dann aufgefallen, dass der 5-Wege-Schalter (offene Bauweise) Kontakt mit der Kupferfolie im E-Fach hatte - ein Kurzschluss war die Folge. Der Schalter ist viel größer als das Modell, das ab Werk in der Gitarre eingebaut war und deshalb hat er mit der Wand des E-Faches Kontakt.

Ich habe an den Stellen, an denen der Schalter Kontakt zur Kupferfolie hat, einfach Scotchband auf die Folie geklebt.

Im letzten Teil machen wir Kassensturz und fragen uns, ob es das alles Wert war.