Dienstag, 19. April 2022
Montag, 27. Dezember 2021
Verlorene oder defekte Effektgerätpedal-Böden durch Plexiglas ersetzen
Gerade bei rein batteriebetriebenen Effektgeräten älterer Bauart kommt es leider oft so, dass man wegen ständiger Batteriewechsel den Boden oft gar nicht mehr befestigt. Meistens waren diese Böden mit vier Schrauben befestigt und das nervt...tja, und irgendwann ist er dann abhanden gekommen.
Im folgenden Video wird kurz erklärt, wie man solche Böden aus Plexiglas nachfertigen kann. Dies lässt sich mit Holzbearbeitungswerkzeugen verarbeiten. Hat man vermutlich eher im Haus als solche Werkzeuge zur Metallverarbeitung.
Natürlich besteht grundsätzlich das Problem, dass dort, wo vorher ein Metallboden verbaut war, dieser sicherlich zum Ableiten von elektrischen Störfeldern gedacht war. Eine Abwägung, die man bei der Ersatzbeschaffung im Einzelfall abwägen muss.
Farbiges Plexiglas kann man zumindest mit einer Kupferfolie im Inneren bekleben. Sofern es eine Bodenabdeckung ist, lässt sich auf den leitenden Effekt aber eventuell ohnehin gänzlich verzichten (sofern der Rest des Gehäuses noch mit Masse verbunden ist).
Wie auch immer, irgendjemand musste es ja mal machen, egal ob es sinnvoll ist oder nicht...bitteschön:
Dynacord Echocord Super 75: Reparaturbericht, Teil 1
Dieses Gerät ist schon zwei Mal auf diesem Blog und meinem YouTube Kanal aufgetaucht. In "Frühjahrsputz, Teil 2" haben wir es von jahrzehntealtem Schmutz befreit. Als nächstes wurde die defekte Andruckrolle mit Hausmittelchen wieder hergerichtet.
Hier war die Geschichte leider noch nicht zu Ende, denn von der elektrischen Seite her passierte erstmal nichts Gutes: Eine Sicherung brannte immer sofort nach dem Einschalten durch. Diesen Fehlern diagnostizieren und beheben wir in dem diesem Video.
Wie der Name schon sagt, damit wird es nicht getan sein. Die Fehler reihen sich leider aneinander wie bei einer Perlenkette. Mehr im nächsten Teil...
Samstag, 11. September 2021
Papst Motor aus einer Echolette NG-51 S auseinanderbauen
Ich habe eine Echolette NG-51 S (zweite Serie, die mit den Platinen und Klinkeneingängen), die wirtschaftlich nicht mehr zu retten ist. Aber als Teilespender ist sie noch gut.
Ein Blick in das Innere des Papst Motors.
Von außen sieht er nicht zu schlecht und beinahe unverdächtig aus, aber man kann sehen, dass auch gut aussehende Motoren unter Umständen eine Wartung benötigen.
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| Das Gerät hat Gilb und Flugrost an verschiedenen Stellen, das ist allgemein kein gutes Zeichen. |
Wir entfernen zuerst den Innen-Seegerring und die Plastikkappe auf der Unterseite des Motors. Hier der erste ernüchternde Fakt: Die Schmierung ist ausgetrocknet und in Bröseln.
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| "Bröselmotor": Stahlkugel in der Mitte unbedingt aufheben! |
Die Brösel kann man jetzt entfernen, unbedingt die kleine Stahlkugel aufheben, die auf der Motorwelle sitzt, diese ist das Kugellager des Motors.
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| Von der Schmierung ist nichts mehr übrig. |
Auf der Welle sitzt nun ein weiterer Seegering in einer Nut, darunter ist eine Unterlegscheibe. Beides entfernen, die Unterlegscheibe eventuell mit einem Magentstift herausholen (nicht verkanten oder die Welle beschädigen).
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| Die Unterlegscheibe ist entwas fummelig herauszuholen |
Ist die Unterlegscheibe entfernt, kann der Außenläufer abgezogen werden. Dies geht nicht ohne Widerstand, aber an diesem Punkt wird er tatsächlich von nichts mehr gehalten. Also entweder mit einem Abziehwerkzeug abziehen oder mit ein paar gezielten, kräftigen Rucken lösen.
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| Stator (links) und Außenläufer getrennt. |
Nun wird sichtbar, dass nicht nur außen etwas Flugrost vorhanden ist - auch auf Stator und im Außenläufer ist einiger Rost, der dort nicht hingehört.
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| Staub und Rost auf dem Stator. |
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| Dicker Rost auch im Außenläufer. |
Wie viele Motoren, die genauso aussehen, verrichten noch ihren Dienst in Geräten, die teuer verkauft werden? Man kann sich schon aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass 90% der auf Ebay und Co. verkauften Geräte keine oder nur wenig Wartung gesehen haben!
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| Spiderman's Grab |
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| Die elektrotechnischen Fakten stehen auf dem Motor. Baujahr 1965 ist realistisch. |
Der Motor benötigt 42 Volt, die in der Echolette direkt von der Primärseite des Trafos abgegriffen werden, auch findet sich hier auch die Angabe, das ein 48 Microfarad Kondensator benötigt wird. Das Anschlussschema kann man dem Schaltplan entnehmen.
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| Der zerlegte Motor |
Der Stator hat ein Gewicht von 422 Gramm, der Außenläufer wiegt 417 Gramm. Dies dient zugleich als Schwungmasse, um einen gleichmäßigen Motorlauf zu gewährleisten.
Sonntag, 1. August 2021
Schutzerdung eines WEM Watkins Copicat Mk 4
Das Copicat Mk IV aus Großbrittanien wurde mittlerweile gereinigt, kleinere Schäden wurden beseitigt. Das Gerät hat nun einen deutschen Netzstecker und eine Schutzerdung des Chassis erhalten.
Das YouTube Thumbnail ist eine Hommage an mein Lieblingsalbum von Metallica - Stromschläge sind kein Spaß, also: "Avoid the Lightning" - "Vermeide den Blitz"! Eine nachträgliche Schutzerdung alter Geräte kann hier den entscheidenden Beitrag leisten.
Sonntag, 27. Juni 2021
Reparatur von Andruckrollen
Bei vielen Nachhallgeräten wie der Echolette oder den Pendants aus dem Hause Dynacord gibt es dasselbe heikle Problem: Die Geräte wurden oft nicht korrekt ausgeschaltet!
Das bedeutet, dass der Mechanismus nicht aktiviert wurde, der die Andruckrolle vom Capstan wegbewegt. Der Gummi bleibt dann an den Capstan gepresst und dellt sich an dieser Stelle ein.
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| Eine tiefe Delle in der Andruckrolle: Hier war die Rolle jahrelang an den Capstan gepresst |
Besonders wenn dieser Zustand über Jahre andauert und der Gummi austrocknet, können diese Dellen sehr tief werden. Eine solche Andruckrolle ist eigentlich nicht mehr zu gebrauchen. Sie sorgt im laufenden Betrieb für extreme Geräusche, der Gleichlauf kann gestört sein und durch die Geräte laufen - besonders in der schnellen Motor-Geschwindigkeit (44 cm/s !) - starke Vibrationen.
Dies ist bei alten Platinen und Lötstellen sowie besonders in Geräten wie dem Echocord Super 75, in dem ein Federhall eingebaut ist, absolut nicht zuträglich und eine sichere Quelle zukünftiger weiterer Probleme.
Neue Andruckrollen sind nicht gerade billig, aktuell liegt der Preis im Internet bei ca. 60€ zzgl. Versand.
Ich habe in einem Video erklärt, wie man mit durchaus üblichen Werkzeugen eine Reparatur dieses Problems auch zuhause erledigen kann.
Es gibt noch weitere Themen, die ich in der Zukunft ebenfalls zu besprechen plane. So kann man grundsätzlich auch einen neuen Gummibelag auf den Rollenkörper aufbringen, auch gibt es Mittel, um den Gummi wieder weicher zu machen.
Samstag, 20. Februar 2021
Update zur fehlenden Copicat IC300 Knopfkappe
- Die Originalkappe besteht aus Dreiecksflächen, die im Mittelpunkt ihrer Spitzen etwas überhöht sind
- Der weiße Strich ist bei der Originalkappe etwas länger
- Das Rot der Ersatzkappe ist etwas dunkler
- Die Ersatzkappe sieht etwas kleiner aus
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| Messung Innenring an der Ersatzkappe |
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| Messung Innenring an der Ersatzkappe |
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| Messung Durchmesser Kappendeckel am Ersatz |
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| Im Inneren sieht man die kleinen Abstandhalter, die den Innenring der Original-Knopfkappe arretieren. |
Irgendwann hat es dann ganz gut gepasst, allerdings sind so kleine Schnitte nicht mit solcher Präzision hinzubekommen, dass es dann ganz perfekt passt. Es hat gepasst, aber die Ersatzkappe hat sich nicht so fest zwischen die Abstandhalter geklemmt, dass ich ein gutes Gefühl gehabt hätte. Mit dem Fingernagel konnte ich sie ganz leich raushebeln.
Deswegen habe ich mich letztendlich doch entschieden, sie einzukleben (Superkleber).
Das Ergebnis überzeugt mich aber. Man wird es immer sehen, wenn man weiß, dass da eine Kappe nicht original ist, aber ich finde es ist vermutlich bestmöglich gelöst.
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| Die Ersatzkappe im Kreise der Originale |
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| Von Nahem kann man den Unterschied erkennen |
Sonntag, 6. Dezember 2020
Framus Schweller-/Volumenpedal (1960er)
Mir ist dieses schicke Volumenpedal, vermutlich aus den 1960ern, zugeflogen.
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| Framus Volumenpedal |
Es hatte einen optischen Mangel und hat darüber hinaus die typischen Wartungen benötigt. Es ist aber so oder so ein interessantes zeittypisches Gerät, das ich hier dokumentieren möchte.
Zunächst einmal gab es dieses Volumenpedal vermutlich auch innerlich baugleich noch von zwei anderen Herstellern: Dynacord und Schaller.
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| Iterationen des gleichen Themas |
Auch im Vergleich mit dem ähnlich aussehenden Wah-Wah-Pedal ist das Volumenpedal recht bullig gebaut. Das ist da, um getreten zu werden und äußerlich hat es die Zeitläufte deshalb auch gut überstanden.
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| Länge: rund 26 cm |
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| Auf "leise" gestellt ganze 10 cm hoch. |
Wie beim Wah-Wah-Pedal ist der Boden abschraubbar, die vier Schrauben halten zugleich vier Gummifüße. Anders als bei modernen Pedalen ist der Boden aber aus Metall und nicht aus Kunststoff.
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| Der Boden des Pedals mit Gummifüßen |
Im Inneren herrscht keinerlei Enge:
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| Das Innenleben |
Wie auf dem Bild oben ersichtlich ist das verstärkerseitige Kabel fest im Pedal angebracht. Als Zugentlastung dient eine Schelle, die im Gehäuse angeschraubt ist. Von der Zugentlastungsschelle führt interessanterweise eine Litze zum gemeinsamen Erdungspunkt an der Ausgangsklinkenbuchse.
Ja, diese kleinen Fäden sind tatsächlich haarfeine Drähte mit einer Ummantelung.
Ebenfalls zum gemeinsamen Erdungspunkt führt das Schirmgeflecht des Kabels.
Der "heiße" Draht geht zum Schleifer des Potis (Mitte), die mit der Erde verbundene Lötöse ist in Blickrichtung oben, der Ausgang zur Ausgangsklinkenbuchse unten.
Nicht sehr schön fand ich, dass die Zahnstange des Pedals extrem am Rand der Zahnhülse auf der Potiachse saß.
Das Potentiometer habe ich mir etwas genauer angsehen, auch weil mich interessiert hat, ob man hier eventuell etwas über das Alter des Pedals herausfinden könnte.
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| 1 Megaohm, logarithmisch |
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| Es ist überall ein wenig Schmutz, das kann man gleich säubern |
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| Das Potentiometer |
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| Stemag Dralowid 51L |
Das Poti war zwar nicht mit dem Produktionsjahr gestempelt, aber es handelt sich um ein Dralowid 51L der Firma STEMAG (1921-1970). Damit ist das Alter irgendwie gesetzt, das Teil ist zumindest von vor 1970 bzw. das Poti ist von vor 1970. Dralowid steht übrigens für Drahtlose Widerstände.
Ich habe dann die Position der Zahnstange etwas verbessert, indem ich die Zahnscheibe, die das Poti am Gehäuse festkrallt, geändert habe. Statt auf der Schaftseite unter der Mutter, sitzt sie nun unten am Potigehäuse; dadurch wandert die Potiachse in Sichtrichtung nach unten:
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| Verbesserte Position der Zahnstange |
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| Gefettet und auch die Kabel wieder angelötet |
Das Potentiometer habe ich mit dem Ohmmeter geprüft, es hat einen maximalen Widerstand von 1130 kOhm; die gemessenen Einzelwiderstandswerte sind stimmig über den kompletten Regelweg.
Ich hatte noch keine Gelegenheit, es auszutesten und hoffe, dass es nicht kratzt.
Zuletzt musste der DIN-Stecker erneuert werden, das Original (?) war sehr angefressen:
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| Alt... |
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| ...und neu |
Pin 1 ist der "heiße" Draht, Pin 2 wie immer Masse.
Freitag, 23. Oktober 2020
Defekter BOSS CS-3: "Leichenschau", oder - aus Defekten lernen
Ich habe seit einigen Jahren einen defekten BOSS CS-3 Compression Sustainer herumliegen. Das Gerät hat irgendwo um 2014 herum den Geist aufgegeben. Die Umstände sind mir nicht klar, er ging irgendwann einfach nicht mehr.
Was mir noch in Erinnerung war: Die LED leuchtete nicht mehr und es wurde nichts mehr komprimiert - das Gerät soll ja Dynamik verringern, also die leisen Töne lauter und die lauten Töne leiser machen. "Sustainer" bezieht sich darauf, dass auch die ausklingenden Töne wieder angehoben und so verlängert werden können.
Das Gerät habe ich einfach in den Schrank gelegt, mit dem Hintergedanken, dass es irgendwer eventuell reparieren kann. Mittlerweile traue ich mir elektrotechnisch etwas mehr zu als noch vor sechs Jahren, deshalb dachte ich, dass ich ja eventuell jetzt dieser "Irgendwer" sein könnte. Ein interessantes Übungsobjekt zum Lesen von Schaltungen und zur Logik der Fehlersuche und -behebung bietet der BOSS allemal und ich muss mich nicht ärgern, wenn ich das Gerät noch kaputter "repariere".
Zuerst habe ich das Effektgerät mal an mein kleines PC-Oszilloskop (Vellemann PCSU200) angeschlossen, das auch einen eingebauten Funktionsgenerator besitzt. Ich habe mir hierzu ein paar Hilfskabel zusammengelötet, die sehr hilfreich sind auch bei der Spektrum-/Frequenzganganalyse von Gitarren-Equipment:
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| Hilfskabel zur Schaltungsanalyse mit PC-Oszilloskop: 6,5 mm Klinke auf Cinch (Funktionsgenerator) sowie 6,5 mm Klinke auf BNC (Oszilloskop Kanaleingang) |
Ich habe einen 500 Hz Sinus auf den Eingang gegeben und am Ausgang mit dem Oszilloskop gemessen, was ankommt.
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| Erster Funktionalitätstest des Effektgerätes: Was funktioniert überhaupt? |
Es ist ersichtlich, dass irgendetwas in dem Gerät noch arbeitet, beim Ein- und Ausschalten sieht man am Ausgang eine Amplitudenänderung. Ich gehe also davon aus, dass die Ein-/Aus-/Bypass-Schaltung (Flip-Flop) noch funktioniert.
Beim Drehen an "Level" (erster Regler) verändert sich ebenfalls die Amplitude, auch beim Drehen an den anderen Knöpfen. Ganz tot ist das Gerät also nicht. Die LED bleibt aber aus, deshalb schaue ich mir diese als erstes an.
Ich messe zuerst die Spannung am Netzteileingang zwischen + und - . Hier haben wir die zu erwartenden 9 Volt Gleichspannung.
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| Messung der Eingangsspannung |
Wenn ich allerdings die Spannung zwischen Anode der LED und Gehäuse messe, sind hiervon nur noch etwas mehr als 6 Volt übrig:
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| Messung der Spannung LED Anode gegen Gehäuse Nullpunkt |
Schauen wir uns also den Schaltplan an; diesen findet man im Internet, offenbar allerdings nicht von BOSS direkt, sondern analysiert und nachgezeichnet von Enthusiasten. Dieser Schaltplan sagt nun aber ganz klar, dass an der LED 9 Volt anliegen sollen:
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| Schaltplan: Status-LED mit zusammengehörenden Komponenten |
Der Aufbau ist hier eventuell etwas anders, als man das mit LED in Effektgeräten kennt. Statt einer Spannung und einem Vorwiderstand, liegen die 9 Volt direkt an der Anode der LED an. Die Spannungsregulierung erfolgt über eine Zener-Diode hinter der LED (D9). Diese hat eine Durchbruchspannung von 5v6, also 5,6 Volt - bedeutet: eng begrenzt im Bereich dieser Spannung wird sie leitend, der Stromkreis wird geschlossen und die LED sollte leuchten.
Der Widerstand hinter der Zener-Diode fungiert nur als Spannungsteiler, um den Transistor (Q3) dahinter nicht zu sehr zu belasten. Wie man liest, verwendet BOSS diesen Aufbau mit Zener-Diode, weil hier beim Abweichen von der Eingangsspannung die LED schwächer leuchtet und dann - je mehr die Eingangsspannung fällt - gar nicht mehr. Dies ist besonders bei Batteriebetrieb ein Indikator, die Batterie zu wechseln.
Ich konnte an der LED einen Spannungsabfall von ca. 1 Volt messen. Das war der erste Hinweis, dass die LED eher nicht defekt ist, sondern die Spannung einfach zu gering ist, um sie zum Leuchten zu bringen.
Meine erste Idee war nun, dass mit der Zener-Diode etwas nicht stimmt. Also habe ich diese einfach zum Testen überbrückt - und siehe da, die LED leuchtet:
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| Überbrückung der Zener-Diode: Die LED leuchtet! |
Es folgte Ausbau der Zener-Diode und Einbau einer neuen 5v6 (1N4734).
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| Die entlöteten Lötaugen der Zener-Diode |
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| Die neue Zener-Diode (D9) |
Die LED leuchtete mit der neuen Zener-Diode nun!
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| Die LED leuchtet nach Tausch der Zener-Diode nun auch im Normalzustand |
Meine Hoffnung, dass sich dann die Spannungen auch wieder eher in Richtung 9 Volt verhalten, so wie es sein sollte, wurden allerdings enttäuscht. Im Rückblick konnte das auch nicht sein.
Was sich aber geändert hatte war, dass der Spannungsabfall an der LED nun minimal größer war. Aber auch an der Zener-Diode konnte ich nur 5,01 Volt messen. Das ist nichtmal die nominale Durchbruchsspannung. Warum leuchtet die LED dann jetzt plötzlich?
Nachdem ich die originale Zener-Diode ausgebaut hatte, habe ich sie mit einem Komponententester geprüft. Dieser arbeitet leider nur mit 5 Volt, deshalb kann er die tatsächliche Durchbruchsspanung nicht messen, allerdings erkannt er, dass ich eine Diode angeschlossen hatte. Also war sie doch nicht defekt?
Ich kann hier nur Vermutungen anstellen.Unter Umständen gibt es gewissen Streuungen bei den Zener-Dioden. Ich messe an der neuen Zener-Diode einen Spannungsabfall von 0,7 Volt. Also leitet sie bei den 5,01 Volt Eingansspannung nicht ganz, aber zumindest ein bisschen. Genug offenbar, dass die LED nun leuchtet.
In der Schaltung befindet sich an anderer Stelle noch ein Spannungsteiler, an dem man 4,5 Volt messen sollte:
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| Schaltbild: Spannungsteiler an anderer Stelle - hier 4,5 Volt |
Auch hier messe ich nur ca. 3,5 Volt.
Das eigentliche Problem scheint nun die Spannungsversorgung im Effektgerät zu sein. 6,43 Volt statt 9 Volt und 3,5 statt 4,5 Volt sind eine ganze Menge - ich glaube es ist nicht übertrieben zu sagen, dass die Spannung im Gerät zusammengebrochen ist. Was kann da die Ursache sein?
An der Netzteilbuchse haben wir noch 9 Volt gemessen, also fangen wir mal hier an und verfolgen von dort die Schaltung.
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| Schaltbild: Schaltung der Versorgungsspannung |
Wir haben wie oben dargestellt den +9 V Bus, zu dem parallel eine Diode (D1) und ein Kondensator (C1) liegen. Ich vermute, dass die Diode ein Verpolungsschutz ist, der Kondensator zum Ausfiltern von Wechselspannungsoberwellen in der Schaltung ist. An beiden dürfte kein Spannungsabfall messbar sein, ich habe sie vorsichtshalber dennoch testweise komplett ausgebaut.
Leider bestand das Problem der zu niedrigen Versorgungsspannung immer noch, schlimmer noch: Am Widerstand R32 habe ich eine Spannung von ca. 2 Volt gemessen, die hier einfach gen Erde verschwindet! Wir haben es also mit so etwas wie einem "partiellen" Kurzschluss zu tun.
Im Schaltbild ist abgedruckt, dass der Widerstand R32 und die Diode D10 in neueren Modellen "gejumpered" sind. Also habe ich beide Komponenten testweise auch noch ausgebaut und mit einer Drahtbrücke überbrückt. In diesem Block der Schaltung waren nun also nur noch die Spannungsquelle, der Gehäusenullpunkt sowie - rechts im Bild - die + und - Anschlüsse der IC's 1,2 und 4.
Ich gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass mit einem oder allen der IC's etwas nicht in Ordnung ist. Acht Beinchen pro IC, die direkt auf der Platine aufgelötet sind - supi!
Damit kommt der BOSS jetzt erstmal wieder in die Kiste, bis ich mal Lust habe, alle IC's auszulöten :-/
























































